Glossar

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Achtsamkeit (Mindfulness)

Achtsamkeit ist eine wertfreie, kindlich-staunende Haltung aus Neugierde, Offenheit, Wohlwollen, Absichtslosigkeit und Akzeptanz von dem, was sich im gegenwärtigen Moment zeigt. Seien es Gedanken, Gefühle, Emotionen oder einfach körperliche Wahrnehmungen wie Pulsieren, Vibrieren, Kribbeln oder Temperatur. Diese Präsenz der Empfindungen, ist völlig frei von Interpretation, Analyse oder Beurteilung. Es ist wie es ist. Das einzige, was es gilt zu beobachten, ist die Veränderung. Warum? „Die einzig wahre Konstante im Leben ist die Veränderung“ wie Heraklit es bereits ausdrückte. Und das Jetzt ist die einzige und wahre Realität. Achtsamkeit wird oft als das Herz der buddhistischen Meditation bezeichnet. Dazu muss man wissen, dass das Wort für Herz in fast allen asiatischen Sprachen, das gleiche ist wie das Wort für Geist (Mind). Wenn man das englische Mindfulness mit Herzlichkeit auffasst, verstehen man, worum es geht. Es gibt also Übersetzungsprobleme.

Biophilie

Das Wort Biophilie ist eine Begriffskombination aus dem altgriechischen bios (=Leben) und philia (=Liebe). Es wurde terminologisch von Erich Fromm in Die Seele des Menschen (1964) im Kontext seiner Charakterologie und Ethik eingeführt. Es bedeutet „Liebe zum Leben“ oder „Liebe zu Lebendigem“. Unabhängig von Fromm entwickelte der Soziobiologe Edward O. Wilson in seinem Buch Biophilia (1984) die Biophilie-Hypothese. Erich Fromm definiert die Biophilie so: „Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen; sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder eine soziale Gruppe handelt.“ 

Biophilie-Hypothese

Biophilia nennt man die These, dass Menschen ein angeborenes Bedürfnis haben, mit der Natur in Verbindung zu treten. In der Natur fühlen wir uns wohl, weil wir den größten Teil unserer Zeit auf der Erde in ihr verbracht haben. Wir sind genetisch darauf programmiert, die Natur zu lieben. Sie ist in unseren Genen verankert. Die Naturverbindung ist essenziell für unsere Gesundheit. Der Kontakt zur Natur beeinflusst unser Wohlbefinden genauso positiv wie regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung. Unsere Existenz hängt davon ab, unser Geist entfaltet sich aus der Natur. Wir sind darauf programmiert, uns mit der Natur zu verbinden und profitieren davon, während unsere Gesundheit leidet, wenn wir ihr entfremdet sind. Für Zen-Buddhisten ist die heilige Schrift in die Landschaft geschrieben. Die Welt der Natur selbst ist das Buch Gottes. Wir spüren dies im tiefsten Inneren. Es ist wie eine Intuition oder ein Instinkt, ein Gefühl. Im Japanischen gibt es ein Wort, das dies beschreibt: Yugen – verleiht uns ein umfassendes Gespür für die Schönheit und das große Geheimnis des Universums.

Shinrin Yoku

Shinrin ist japanisch und bedeutet Wald. Das Wort yoku bedeutet so viel wie “gut”. Shinrin Yoku meint somit das bewusste Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes. Es wird gerne mit “Wald(luft)bad” oder einfach mit “Waldbaden” übersetzt. Das japanische Landwirtschaftsministerium führte Shinrin-yoku schon Anfang der achtziger Jahre ein und förderte ein millionenschweres Forschungsprogramm, um die medizinische Wirkung des Waldbadens nachzuweisen.

Yoga

Yoga kommt aus der indisch-philosophischen Bewusstseinslehre und bedeutet “Vereinigung, Verbindung, Eins-Sein”. Unter dem Begriff Yoga werden die verschiedenen Traditionen zusammengefaßt, welche durch Übungen, Praktiken und Disziplinen den Kontakt zum Selbst (atman) oder zu Gott herstellen wollen. Im allgemeinen geht es dabei um die Umwandlung des Menschen und die Reinigung aller Ebenen des Körpers und des Geistes für die Entwicklung einer Offenheit für Transzendenz. Das Ziel ist eine Beruhigung der Bewegungen des Bewusstseins für die Erfahrung der Stille. In der Versenkung ist das Selbst bei sich selbst und erkennt seine unendliche Natur. Es dient dem einen Ziel, Selbsterkenntnis zu erlangen und dem Göttlichen nahe zu kommen. Yoga ist somit Einheit durch Einsicht und Erkenntnis der Fülle bzw. der Vollkommenheit.

ShinrinYoga

ShinrinYoga ist eine Wortschöpfung aus dem japanischen Wort “Shinrin” (=Wald) und dem indischen Wort “Yoga” (=Verbindung). ShinrinYoga verbindet somit zwei sehr effektive Lehren zu einer Einheit. Aus dem Yoga wird sich hier sanfter und teils verspielter Elemente bedient, um die Erdverbundenheit über Atmung und Füße zu fördern. Mindful-Movement-Meditation im Wood-Wide-Web – so die völlig leistungsfreie und sportferne Methode. Perspektivenwechsel spielt dabei eine freudvolle Rolle. Weniger ist Mehr. ShinrinYoga macht die Essenz von Bäumen erfahrbar. Man kann das Wort ShinrinYoga mit Waldverbindung bzw. Waldvereinigung übersetzen.

Terpene

Terpene sind eine Art “Duftvokabeln” über die Pflanzen miteinander kommunizieren. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die zum Schutz- und Abwehrsystem einer Pflanze gehören. Chemisch betrachtet gehören Terpene zu Kohlenstoff-Wasserstoffverbindungen, die eine enorm große Vielfalt zeigen. Bei den meisten Terpenen handelt es sich um Naturstoffe, pflanzlicher und teils tierischer Herkunft. Bislang sind über 8.000 Terpene und mehr als 30.000 der nahe verwandten Terpenoide bekannt. Einige dieser Terpene, wie die Limonene und Pinene, kommunizieren direkt mit unserem Immunsystem und sind anscheinend für die immunsteigernde Wirkung der Waldluft verantwortlich. Terpene sorgen für den Duft, den wir wahrnehmen und finden sich auch in ätherischen Pflanzenölen. Terpene sind Hauptbestandteil von Phytonziden.

Phytonzide

Das griechische „phytón“ bedeutet „Pflanze“ und „cide“ steht für „töten“. Phytonzide heißen die natürlichen Öle, die in Pflanzen enthaltend sind und zum Abwehrsystem der Bäume gehören. Bäume sondern Phytonzide ab, um sich vor Bakterien, Insekten und Pilzen zu schützen. Auch untereinander kommunizieren Bäume über Phytonzide. Die Konzentration der Phytonzide in der Luft verändert sich im Laufe des Jahres mit der Temperatur und anderen Parametern. Je wärmer es ist, desto reicher ist die Luft an Phytonziden. Die Konzentration von Phytonziden ist bei Temeraturen um 30 Grad Celsius am höchsten. Immergrüne Bäume wie Kiefern, Zedern, Fichten und Koniferen produzieren besonders viele Phytonzide mit teils harzigem und/oder terpentinartigem Duft.

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