Die harten Lockdowns

Die harten Lockdowns. Ein Geschenk!

Das mag jetzt zynisch klingen, ist aber nicht so gemeint. Im Gegenteil.

Ich möchte dich einladen, dich auf eine neue, erfrischende Perspektive einzulassen. Auf eine Reise zur Reflexion von Gedanken und GefĂŒhlen in Bezug auf eine simple Angelegenheit und in unser aller Leben eine sehr Wesentliche, wie ich meine. Bestimmt hast du dich auch schon damit beschĂ€ftigt.

Und ich will mit dir teilen, was sich auf wundersame Weise entwickelte, ganz nach der Geschichte „Ob gut oder schlecht, wer weiß das schon ….“.

Dieser Beitrag beabsichtigt einen Bereich auszuleuchten, der als Schatten auf uns wirkt. Und wie wir alle wissen, liegt im Schatten großes Potential verborgen, eine Kraft, die nicht nur brach liegt, sondern auch gegen uns, ebenso wie fĂŒr uns, wirken kann. Daher ist Schattenarbeit einer der effizientesten Wege. Wie spĂŒrt sich das an?

Wenn du das Licht auf die QualitĂ€ten der letzten Jahre lenken möchtest, dann nimm dir jetzt Zeit, denn mein Beitrag ist diesmal lang, deutlich lĂ€nger als die ĂŒblichen, ausgefallen, der lĂ€ngste Artikel, den ich je geschrieben habe. Das Schreiben war diesmal eine Art „Download“. Da wollte etwas durch zum Thema „Erkenntnis = Reichtum“. Und das ist heilsam.

Wir Menschen, die einen mehr als die anderen, aber wir alle haben seit einigen Jahren allerhand BĂŒrden zu tragen. Aus diesem Blickwinkel heraus mag dieser Beitrag, vor allem der Titel, dich triggern. Das ist OK. Du bist eingeladen beim Lesen eine möglichst neutrale Haltung, oder idealerweise eine achtsame Haltung des MitfĂŒhlens und Mitfreuens, einzunehmen. Glaube mir, es ist den Versuch wert, wir urteilen allesamt meist zu voreilig.

Nun viel Freude und Inspiration beim Lesen!

Begonnen hat alles wĂ€hrend der Lockdowns. Ein Treffen in Restaurants und Cafes war vielen, die „hart“ weggesperrt wurden, verwehrt. FĂŒr einen beachtlichen Teil unserer Gesellschaft, dauerte dieses Eingesperrt-Sein einige dunkle Monate lĂ€nger, wĂ€hrend jene Menschen, die sich „freigeimpft“ hatten in Gaststuben lĂ€ngst wieder frohlockten.

In der Lebenssituation eines Weggesperrten ist Geduld gefragt. Wie bei jedem Schicksal kann hier das Bewusstsein helfen, dass aus der Not eine Tugend werden kann. Und tatsĂ€chlich entstand etwas Neues. FĂŒr meine Eine Solches, das unserem natĂŒrlichen Mensch-Sein entspricht, etwas das uns dem Selbst nĂ€her bringt.

Du glaubst du weißt es schon? Es hat etwas mit BĂ€umen zu tun? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht oder nur rudimentĂ€r. Lass dich ĂŒberraschen!

Eines jedenfalls vorweg: Seit jeher war es mir ein Anliegen den öffentlichen Raum progressiv zu nutzen, in der Art eines Wohnzimmers. Und genau dahingehend möchte ich dich mitnehmen und zur angekĂŒndigten RĂŒckblende ĂŒbergehen.


 

Es ist FrĂŒhling 2020. Schaumbremse. Von 100 auf 30 oder fĂŒr manche gar gleich auf Null. FĂŒr wieder andere bedeutet diese Zeit Beschleunigung, auf 180 oder mehr. Hier zeigen sich ĂŒbrigens auch die berĂŒhmten 3 Modi „Fight, Flight, Freeze“. FĂŒr viele ist es ein Schock. Darf das alles wahr sein? Bin ich im falschen Film? In einem anderen Zeitfenster gelandet? Fragen ĂŒber Fragen. Zeit des Getrennt-Seins und innige Verbundenheit zugleich: Von und mit „Aus-dem-Leben-Tretenden“: MĂŒtter und VĂ€ter, Großeltern, Kinder, „freiwillig“ und unfreiwillig …. Große Trauer rundum.

Heiß ist er, dieser FrĂŒhling. Angst und Korruption spĂŒlt es vulkanartig, wie die Wimmerl, an die OberflĂ€che. UnterdrĂŒckung funktioniert jetzt nicht mehr. Dennoch (oder deshalb) von Oben: UnterdrĂŒckung des Sprechens (Maulkorb!). Zeit des Schweigens. KEINE eigene Wahrnehmung ausdrĂŒcken dĂŒrfen, sonst Bestrafung, aufs HĂ€rteste: Ausgrenzung, Diffamierung und soziale Ächtung, letztere auf allen Seiten.

Der Unterschied zwischen PolaritĂ€t und DualitĂ€t wird uns direkt vor Augen gefĂŒhrt und vielen von uns ĂŒberhaupt erstmalig bewusst.

Neue Anglizismen erobern den Diskurs in dieser rasant-digitalisierten Zeit: Framing, Ghosting, Owning, Shitstorm, Cybermobbing, Lockdown, Narrative …. Allzugern hĂ€tte ich die Begriffe mit Definitionen verlinkt, doch „Wikipedia“ ist fĂŒr mich ein „No-Go“, weil „Blackmailer“. Du siehst schon ohne Anglizismen geht’s kaum noch. Aber ich denke du kennst die Definition. Ansonsten darfst du „googeln“ (schon wieder so ein Begriff).

Ein weiteres PhĂ€nomen: Die (a)sozialen Netzwerke und die Menschen dahinter, aber auch der Nachbar von nebenan ebenso wie Familienmitglieder, zeigen plötzlich ihr Gesicht: im Antlitz der Existenzangst (als Angst hinter all den anderen Ängsten). Im Wechselbad der GefĂŒhle zeigen sich UnverstĂ€ndnis, MitgefĂŒhl, Wut, Sorge, Zweifel, FĂŒrsorge, Trauer, Hilflosigkeit, Aussichtslosigkeit, dann wieder Akzeptanz und Durchschaubarkeit sowie tiefe Verbundenheit mit all den Gleichgesinnten.

Meine Versuche zu abstrahieren, zu transzendieren, … sind nur von kurzer Dauer: Das ist alles nur Energie (Gedankenmuster und Projektionen), die sich formt, reproduziert, im Kreis dreht und wieder verschwindet. So wie alles im Leben der VergĂ€nglichkeit unterliegt. Nichts existiert ewig (Anicca). Nichts existiert unabhĂ€ngig, so Buddhas Lehre.

Von so etwas wie „Erleuchtung“ noch ein gutes StĂŒck weit entfernt, gelingt es mir nicht, dieses Bewusstsein kontinuierlich zu bewahren.

Es irritiert mich, von lieben Freundinnen „geghostet“ zu werden. Eine völlig neue Erfahrung. Ghosting geschieht immer plötzlich – z.B. Austritt aus der whatsapp-Gruppe tschack bumm – ohne BegrĂŒndung, klarer Schnitt (Metall-Element). Und ich frage mich: „Nur weil ich eine Spur anders wahrnehme? Die Ausrichtung ist doch dieselbe. Es ist seltsam.“ Da ist im Moment Trauer, Ende-der-TĂ€uschung, …. Doch mir fehlt die Zeit, dem nachzugehen. Es sind ja bereits neue Menschen im Leben, mit neuen „Geschenken“. Und es gibt kein zurĂŒck, zu den alten. Denn der Wert steht plötzlich in Relation zu den neuen Freundschaften, solchen, deren Blick und Weg eine gemeinsame Richtung vorgeben, eine Lichtvollle. Und das ist erfĂŒllend. Kommt dir das bekannt vor?

Da wo vorher die Lust auf RĂŒckzug und Innenschau war, ist jetzt die Lust auf Begegnung. Sie steigt exponential an. Kein Wunder, sind wir doch soziale Wesen. Begegnungen verlagern sich vorĂŒbergehend an „heimliche“ Orte wie Garagen, spirituellen Zentren, etc.  Und sie sind sehr besonderer Art. Ich möchte sie nicht missen.

Und ein plötzliches PhÀnomen dieser Zeit: Deutlich mehr Menschen begegnen einander im Wald. Die Sehnsucht nach Freiheit, Natur und Digital-Detox steigt, in meiner Wahrnehmung, parallel zur Sehnsucht nach Begegnung .

Die Geschichten der Menschen sind unfassbar und teilweise zum Heulen. Mir wird bewusst, dass unsere Lachmuskeln allmĂ€hlich verkĂŒmmern. Ich lĂ€chle mir tĂ€glich im Spiegel zu und bemĂŒhe mich, jedem Anflug eines Lachkrampfes dankbar nachzugehen, ja richtig mit der Energie mitzugehen, wenn auch manchmal ein wenig hysterisch. Das ist voll ok, Hauptsache es wird gelacht. In den Öffis lĂ€chle ich Menschen herzlich zu, das passiert ganz von selbst und natĂŒrlich. Manche lĂ€cheln zurĂŒck und wir schenken einander lĂ€ngeren Blickkontakt, einfach so, BerĂŒhrung im Herzen, ohne Worte. Andere fĂŒhlen sich offensichtlich bedroht. Lachen sowieso, aber auch lĂ€cheln kann, wenn es falsch interpretiert wird, Unbehagen auslösen, ein PhĂ€nomen unserer modernen Kultur. In anderen Kulturen ist das völlig normal. Aber vielleicht liegt’s auch daran, weil ich „oben ohne“ bin (ohne Maske).

Die Gedanken so mancher Köpfe sind lesbar: „Ist die irre? Was will sie von mir? Oder: Welch schöne Verbundenheit“. Von allem was dabei. Wenn man offen ist, lernt man die Traumas der Menschen ganz direkt zu spĂŒren. Das ist nicht immer angenehm.

In der Stadt wĂ€hrend der „harten Runter-Sperrungen“ (ein Versuch einzudeutschen): Menschenleere Hauptstraßen. Guter Duft in der Luft. Durchatmen, Vogelkonzerte. Geschwindigkeit runtergefahren. Menschen mĂ€andern und schlendern. Mehr PrĂ€senz im Abstand. Babyelefanten. Konsumbremse. Alles Einmalig. Ein wirtschaftlicher Orgasmus fĂŒr Amazon & Co.

FĂŒr eine Weile gebe ich mich dem Geschehen einfach nur hin und beobachte.

Doch bald schon drĂ€ngt sich die Frage auf: Was können wir tun? So viele Menschen sind aus der gesundheitlichen Balance und meine Eine bleibt verschont. Warum? Vielleicht, weil ich die ganze Zeit ĂŒber mit Menschen in innigem Kontakt bleibe? Vielleicht weil ich KEINE Maske trage, weil ich sie nicht aushalte, weil ich mehr Durchatme als sonst, weil mein Bezug zur Atmung essentiell ist, weil es unser aller Bezug zu Spirit ist, … Fragen ĂŒber Fragen.

Und Antworten ebenso, sehr klar sogar. Jede Umarmung und jedes Bussi nehme ich dankbar an. Unser Immunsystem braucht ja Herausforderungen und Lernprozesse sowie eine funktionierende Hormonwelt (Kuschelhormon Oxytocin, etc.) Und ich nehme wahr, wie (fast) alle, die genau so handeln, gesund bleiben und in all den Jahren nicht mal den Anflug einer ErkÀltung  haben. Zugegeben, es gibt Ausnahmen. Doch die Tendenz ist offensichtlich und interessant.

Ich frage nochmal: Warum bleibe ich verschont? Die Antwort ist jetzt klar: „Du kannst etwas beitragen. Menschen, die aus der Balance kamen, brauchen jetzt krĂ€ftige Bio-Suppen.“ Also ab in den Dienst der Quelle. Ich beginne zu kochen in großen Töpfen, wĂ€hrend ich Mantras singe. Die Suppen in SchraubglĂ€ser gefĂŒllt liefere ich aus, mit dem Auto durch ganz Wien. WĂ€hrenddessen schaukelt mein Mann die Vollbaustelle meines neuen BĂŒros ganz alleine. Wir surfen die Wellen. Gemeinsam und zum GlĂŒck nicht einsam.

Doch dann passiert folgendes: Ich spĂŒre sie wieder, meine AffinitĂ€t fĂŒr Aktivismus. Barbara, Beate und die beiden „Andrease“ unterstĂŒtzen das. Und so rufen wir unsere  SilentReloveution wieder ins Leben, wir aktivieren sie erneut: Eine Gehmeditation von ShinrinYoga in Kooperation mit Ganzheilzentrum und Zur-Inneren-Kraft, im öffentlichen Raum. NatĂŒrlich mit einer Botschaft samt offizieller Anmeldung. Wir treffen einander, mal 10, mal 20, mal nur 5 Menschen, jedenfalls jeden Dienstag in der Wiener Innenstadt.

Gemeinsam setzen wir Schritt fĂŒr Schritt. In Zeitlupe. Kontemplative Langsamkeit. Intensive Wahrnehmung. BerĂŒhrend, was dabei von außen auf uns einprasselt. Ergreifend. TiefgrĂŒndig. Reich an Erkenntnis. Auch Kinder schließen sich uns an. Denen braucht man nicht viel zu erklĂ€ren, denn die spĂŒren sich noch, sind noch verbunden. Die bewussten Schritte rundum den Stephansdom sind besonders kontrastreich. Teilweise beĂ€ngstigend (Polizeischutz war hier notwendend), aber auch amĂŒsant. Am Domplatz tummeln sich viele, in heißer Begierde. Unsere Bewegung ist hier kaum als solches erkennbar, fĂŒr manche sind wir nicht mal wahrnehmbar, fĂŒr andere wiederum extrem störend. Unsere Langsamkeit macht sie aggressiv, sie schreien uns an. Die Dom-Umrundung nimmt weit mehr als eine Stunde in Anspruch.  „Warum sind hier so viele Schnecken unterwegs?“ hören wir genervte Touris. „Sehen sie‘s nicht? Da ist ein Tempo-Limit!“, schnauft ein Fiaker in sĂŒffisantem Wiener Ton.

Eine andere Situation beim Walk vom Stephansdom zur Votivkirche (Dauer: ca. 2,5 Std.): Von zirka 30 Polizist:innen begleitet, ĂŒberqueren wir den Schottenring. Eine betagte Frau ĂŒberholt uns hier kopfschĂŒttelnd am Rollator, was wir erst hinterher im Film wahrnehmen …


 

Ein lieber Freund und großartiger KĂŒnstler hat uns begleitet und das Material filmisch verarbeitet. Welch ein Geschenk. Seine Perspektiven bieten einige tiefere Einsichten und so manches zum Schmunzeln. Du findest das Filmchen samt Intention auf unserer Seite (runterscrollen!): http://silentreloveution.com/

Vielleicht hast du dich lĂ€ngst gefragt, was das alles in einem Blog ĂŒber BĂ€ume und Wald verloren hat. Zu Recht!

Wenn du mir bisher gefolgt bist, dann bist du hier goldrichtig. Gratuliere! Die Bindeglieder sind Langsamkeit, Geistesruhe, Körperwahrnehmung, Achtsamkeit, Intuition, Bewusstsein. Und ich frage an dieser Stelle, was du beim Beitragsbild (bei Mobiltelefonen am Ende sichtbar) empfindest? Kurze ehrliche Antwort (dir selbst gegenĂŒber und gerne auch mir!). Dann lass das fĂŒr die kommenden Zeilen wieder los!

Falls du runterscrollst sind diese 3 BĂ€ume ein guter Marker, um zurĂŒckzufinden zum Weiterlesen! Denn jetzt wird’s erst interessant!

🌳🌳🌳

Damit bin ich beim eigentlichen Punkt.

Neben den Gehmeditationen ergaben sich, wĂ€hrend der Lockdowns, weitere zauberhafte Begegnungen unter Freund:innen, fast immer im GrĂŒnen. Walk & Talk nannte ich diese Treffs, bis ich merkte, dass dies der Name einer Uralt-Methode ist. WĂ€hrend es hier um Lösungsfindung zu einem bestimmten Thema geht, hatte ich KEINE bestimmte Absicht dabei. Allerdings kennt jeder Mensch, der Zeit in der Natur verbringt, das PhĂ€nomen, welches ĂŒber Dr. Qing Li’s Forschungen zu einer Erkenntnis – im Sinne eines echten Fakts – wurde:

Aufenthalte in der Natur regen unsere KreativitÀt um zirka 50 % an.

Wenn man bedenkt, dass KreativitÀt auch Problemlösungskompetenz meint, dann ist das sehr wertvolll.

Dr. Li’s Erkenntnis bezieht sich zwar eher auf das Waldbaden (bewusstes Verweilen) als auf ein „Durch-den-Wald-Spazieren“. Doch kann fĂŒr manche Menschen, wie ich meine, die Bewegung ein zusĂ€tzlicher VerstĂ€rker fĂŒr neue Impulse, sein. Die interessante WĂŒrze dabei ist, wie Coaches gerne berichten: 80 % aller innovativen Ideen entstehen durch Kommunikation.

Hier kommen also drei Aspekte zusammen, drei QualitĂ€ten, die einander befruchten, man könnte sagen „sich potenzieren“. Und diese Synergien mache ich mir zunutze:

Bewegung. Natur. Kommunikation.

Das klingt so banal. Doch genau diese einfache NatĂŒrlichkeit ist der springende Punkt. Und es lĂ€sst sich weiter spinnen. Wenn viele nur wĂŒssten, welche Wirkungen allein durch den Hautkontakt mit Natur bereits verifiziert wurden. Und ja, wir gehen dabei gerne barfuss! Slow is healthy and beautiful. (klingt in Englisch einfach besser).

Übrigens wusstest du, dass unsere Gehirne schrumpften, seit wir sesshaft geworden sind? So auch die von domestizierten Tieren im Vergleich zu wilden Tieren, wie Gerald HĂŒther sagt.

Fazit: Das gemeinsame „Sich die FĂŒĂŸe austreten“ im GrĂŒnen hat unzĂ€hlige Vorteile im Vergleich zu Verabredungen in Lokalen. Ich weiß nicht, wie es dir damit geht? Aber mein Körper wehrt sich lange schon gegen das viele Sitzen. Vor mehr als 10 Jahren erfuhr ich in diesem Zusammenhang eine BestĂ€tigung. Das Ă€nderte mein Leben nachhaltig. Eine Studie der ETH-ZĂŒrich belegte die Auswirkungen unserer „sitzenden Gesellschaft“. „Sitzen ist das neue Rauchen“ heißt es dort im Hinblick auf die gesundheitlichen Folgen auf WirbelsĂ€ule und Organe. Das Sitzen auf StĂŒhlen (meist falschen) in dieser vorgebeugten Bildschirm-Haltung soll unsere Lebensdauer eklatant verkĂŒrzen.

Bald darauf habe ich BĂŒro gegen Wald getauscht und mir fĂŒr die Computer-Arbeit (wie jetzt beim Schreiben) einen Stehtisch sowie einen Sitzball zugelegt.

Zeitgleich wurden meine Treffen, auch beruflicher Art, ins GrĂŒne verlagert: Zum Spazieren in der kĂŒhleren Jahreszeit und wenn’s die Temperatur erlaubt, lassen wir uns unter den schattigen Kronen von besonderen Riesen nieder. Die Begegnung ist hier viel lockerer, angenehmer und verbindender.

Summa Sumarum möchte ich einige Aspekte meiner Walks & Talks im GrĂŒnen herausgreifen, mit Augenmerk auf jene, die einem Treffen im Kaffeehaus diametral gegenĂŒberstehen:

  • Ich serviere hier Basisches (Wasser, Tee, selbstgepressten Saft) statt Kaffee (ĂŒbersĂ€uert).
  • Kreislauf und Stoffwechsel werden angeregt, der Geist ebenso
  • Unter Baumriesen (kosmische Antennen) halten wir inne. Hier „fĂ€llt“ gerne mal etwas „herein“ (z.B. eine Inspiration, Absichtslosigkeit vorausgesetzt).
  • Wir sind „radikal“ ehrlich und natĂŒrlich zueinander. (Radix = Wurzel). Das schenkt uns Einsicht.
  • Wir inspirieren einander (Schwarmintelligenz).
  • Unsere GesprĂ€chsinhalte sind befruchtend, anregend und nĂ€hrend.
  • Wir akzeptieren die Wahrnehmung und damit die Wahrheit der/des Anderen: Alles darf, nichts muss. Es ist, wie es ist.
  • Wir sind kaum hungrig, weil wir uns vorwiegend geistig ernĂ€hren (mind food).
  • Wir stĂ€rken einander in unserer wahren GrĂ¶ĂŸe.
  • Repetitive monotone Handlungen (Schritt fĂŒr Schritt) haben wunderbare (bestĂ€tigte!) Auswirkungen auf Neurotransmitter und die Architektur des Gehirns.
  • Wir wissen, dass die Natur bioaktive Substanzen abgibt. Diese Wirkungen wurden auf vielerlei Ebenen (Immun- & Nervensystem) bestĂ€tigt: Der Abbau von Stress und das Heben der Stimmung ist unmittelbar spĂŒrbar.
  • Im direkten Kontakt mit BĂ€umen und Erdboden findet Ladungsaustausch statt, daher gehen wir gerne barfuss. Das reduziert automatisch die Geschwindigkeit.
  • Wir spĂŒren Vitalkraft und Lebensfreude, besonders hinterher, anhaltend!
  • u.v.m.

Last but noch least …

Was denkst du, was den grĂ¶ĂŸten Einfluss auf Wohlbefinden und Gesundheit hat?

Immer wieder gab es Forschungen zu diesem Thema. Wie kann ich effektiv zu meiner Gesundheit beitragen? Über Singen und Tanzen? Über Sport oder Meditation? Über pflanzliche ErnĂ€hrung? Das ist alles natĂŒrlich ganz wunderbar und subjektiv.

Aber vielerlei Studien bestĂ€tigten: Den signifikant grĂ¶ĂŸten Einfluss auf unsere Gesundheit scheinen gelingende soziale Beziehungen zu haben. Denn im Kern sind wir soziale Wesen.

Und rein empirisch betrachtet (ohne eine Studie dazu zu kennen), kam ich zum Umkehrschluss: Unfrieden in Beziehungen und Ausgrenzung (von der Herde) hat ungĂŒnstige EinflĂŒsse auf unsere Gesundheit.

Und da bin ich schon wieder beim Anfang meines Artikels. Was sagt uns das ĂŒber die Maßnahmen der  letzten Jahre?

Ohne Worte.

Niemand kann heute behaupten, dass er/sie nicht wusste, welche Auswirkungen die Maßnahmen haben werden.

Wenn wir nun all diese gesundheitlichen Aspekte miteinander verbinden – Naturaufenthalte, Achtsamkeitstraining, Meditation, Bewegung, freudvolle Begegnungen, Spielen, Musik, Singen, Tanzen, gesunde ErnĂ€hrung, Erdung, Ionisation, ErnĂ€hrung (Peacefood sowie achtsames und mĂ€ĂŸiges Essen), Zusammen-Sein, Zusammen wirken und gestalten etc. – dann sind wir jenseits des Mensch-Maschinenparadigmas. Dann sind wir beim holistischen Modell „Mensch als Ganzes“, bei SelbstfĂŒrsorge und SelbstermĂ€chtigung. Dann kommen wir zu den, lange schon etablierten, „gescheit klingenden“ Begriffen wie biopsychosoziale Medizin, Öko-Psycho-Somatik, Psychoneuroimmunologie usw. Ein Vorreiter hier in Österreich ist Prof. Dr. Dr. Christian Schubert an der Uni Innsbruck, den ich sehr schĂ€tze.

So, warum erzÀhle ich das alles?

Ich kam zur Einsicht, dass all das hier erwĂ€hnte Effektive sich auf wundersame Weise in meiner Praxis und LieblingsbeschĂ€ftigung zusammenfĂŒgt, zu einem grĂ¶ĂŸeren Ganzen.

Und wenn ich nur noch einer FreizeitbeschĂ€ftigung in meinem Leben nachgehen dĂŒrfte, dann wĂ€re es diese:

MÀandern in Parks oder WÀldern mit einem lieben Menschen. Ohne Absicht. Ohne Ziel. Völlig unprÀtentiös.

Kannst du das nachvollziehen? Praktizierst du das auch? Und wie oft ĂŒberrascht dich das Leben dabei?

Deutlich mehr Menschen tun das jetzt (spÀtestens seit Pandemie-Beginn). Und immer mehr Menschen suchen Anschluss in Gruppen, ein logisches PhÀnomen aus Single- und Postpandemie-Gesellschaft.

Waldbaden-Teilnehmende schĂ€tzen unsere Spazier-Meditationen. Hier geht es um eine ganz prĂ€zise Methode – hier sehr oberflĂ€chlich gesprochen – um die Übung von wertfreiem Zuhören, MitfĂŒhlen und Mitfreuen.

Jene die mich kennen, wissen, dass ich selbst gerne spreche 😉 und im Zuhören mich ĂŒbe. Letzteres konnte ich in all den Jahren vertiefen. Und da ist immer noch Optimierungsbedarf. Vieles habe ich mir von meinem Mann abgeschaut. Erwin war mir in dieser Hinsicht immer schon eine besondere Inspiration. Wenn ich mit ihm spaziere, ist er still und achtsam, OHNE Wertung, OHNE Mimik, OHNE Gestik, OHNE Meinung, OHNE Tipps. Es sei denn ich frage danach. Ohne es zu wissen, hat er etwas praktiziert, das seit Jahrzehnten als DIE effektivste Achtsamkeitspraxis in Kursen gelehrt und geĂŒbt wird.

Erst wĂ€hrend der Recherchen (im Rahmen meiner ShinrinYoga-GrĂŒndung) kam diese Erkenntnis ĂŒber Forschungsarbeiten (von MIT, Jon Kabat-Zinn, Britta Hölzl, etc.) in mein Leben:

Wenn es um die Entfaltung von Sati (Pali: Achtsamkeit) und damit um Karuna (Pali: MitgefĂŒhl) und Mudita (Mitfreude) geht, dann erreichen wir wesentlich mehr ĂŒber Dyaden als ĂŒber Sitzmeditationen.

Dieser Sachverhalt hat sich in all den Jahren wÀhrend meiner Praxis (Florian Palzinsky, MBSR, Yoga Vidya usw.) bestÀtigt. Es erleichterte mein Leben ungemein.

Und wie mir im Nachhinein bewusst wurde:

Es fĂŒhrte mich direkt zu meiner Leidenschaft – Walk & Talk – woraus sich wiederum ein eigenes feines Zusatz-Angebot ergab. Heute begleite ich (neben den Gruppen) zunehmend einzelne Menschen in die Natur. Die Schritte abseits der Pflastersteine sind elementar und meist unterbewertet. WĂ€hrend ich, in diesem Setting, den Geschichten der Menschen lausche, bin ich einfach nur schweigend prĂ€sent, mitfĂŒhlend, ohne Wertung, ohne Tipp, ohne Mimik, ohne Gestik, so wie mein Erwin es mit mir ist: Wahrnehmen, SpĂŒren, Da Sein. Neugierig kindlich-staunend stelle ich maximal eine Frage. Vor allem aber spĂŒre ich Dankbarkeit, Demut und Freude. Und das ist ansteckend.

Lediglich beim Innehalten unter BĂ€umen erzĂ€hle ich – wenn gewĂŒnscht – eine kleine Geschichte aus meiner spirituellen Schatztruhe, zum jeweiligen Baum oder Thema. Glaube mir, man/frau liebt Geschichten und ist in diesem Moment ganz Ohr. Ansonsten hĂŒlle ich mich in Schweigen.

Meine tĂ€gliche Vipassana-Praxis unterstĂŒtzt mich dabei, in Übung zu bleiben. Zur Vertiefung sitze ich einmal jĂ€hrlich den 10-tĂ€gigen Dhamma (Lehre des Buddha).

Die Antwort auf die Frage „warum sich dieses Angebot einer zunehmenden Beliebtheit erfreut“ kennst du sicherlich selbst. Ich möchte sie daher nur kurz umreißen.

In Zeiten von Singel-Dasein und großer Hektik fĂŒhlen sich viele Menschen nicht mehr gehört, nicht (mit)gefĂŒhlt und schon gar nicht verbunden, weder mit sich selbst, noch mit dem großen Ganzen.

Mein GefĂŒhl sagt, es braucht in vielen FĂ€llen KEINE jahrelange, kostenintensive Psychotherapie. Abgesehen davon sind die meisten therapeutischen Praxen ĂŒberfĂŒllt. SĂ€mtliche Therapeut:innen des Landes zusammen könnten DAS aktuelle Thema „Einsamkeit & Abgeschnittenheit“ NICHT bewĂ€ltigen. Hinzu kommt das Thema der Digitalisierung, der progressiven KomplexitĂ€t samt Angstpropaganda. Egal aus welchen KanĂ€len wir „bespielt“ werden, es geht letztlich um Angst, und zwar am laufenden Band. So alternativ kann der Kanal gar nicht sein. Auch Telegram ist fĂŒr mich ein Propaganda-Kanal, obgleich er bestimmt wunderbare Vernetzungsmöglichkeiten bietet. Keine Frage! Viele Menschen sind von der Sogwirkung in eine Sucht hineingeraten: „Only bad news are good news.“ lautet die Formel fĂŒr den Erfolg. Kein Wunder, ist es doch seit Jahrtausenden bekannt (Patanjali!), dass das menschliche Ego (einmal angejunkt) immer mehr von diesem „MĂŒll“ braucht, um ĂŒberleben zu können. Es kann einfach nicht genug davon kriegen, ob Mainstream- oder AlternativmĂŒll … es funktioniert letztlich alles nach dem selben Prinzip: Der Geist will immer mehr vom Negativen.

Doch jetzt stell dir vor:

Das Ganze funktioniert auch anders herum. Es kommt immer darauf an, wo wir unsere Aufmerksamkeit hinlegen. Ekagrata und Samadhi spielen dabei eine wertvolle Rolle. Achtsamkeit lĂ€sst sich trainieren wie ein Muskel. Die Natur ist dafĂŒr das ideale Fitnesscenter.

Und es ist motivierend, was Menschen rĂŒckmelden. Und es freut mich immens, wenn nur ein einziger Walk & Talk einen „Dreh“ in ihr Leben brachte oder wenn sie – wie viele rĂŒckmelden – Übungen aus dem Seminar mitnehmen konnten und jetzt von der Selbstanwendung profitierten.

Wenn es stimmt, dass, wie wir alle zu spĂŒren bekommen, die Pole sich umkehren und wir dabei sind, uns herauszuentwickeln aus Kali-Yuga (dunkle Zeitalter) und hineinzuentfalten ins Satya-Yuga (goldenes Zeitalter), dann wird die schöpferische Ordnung sich wieder herstellen und der tausendjĂ€hrige Schlaf ein Ende finden. Die Zeichen dazu (SonnenaktivitĂ€ten, Schuhmannfrequenz etc.) sprechen eine klare Sprache.

Dazu passend Buddhas VerkĂŒndung:

In 2500 Jahren wird eine große Welle des Erwachens stattfinden.

Tja, dann rechne mal nach! 😉

Und in unserer sesshaften, (be)sitzenden Gesellschaft bin ich der Überzeugung:

Gehen ist das Beste, das du fĂŒr einen klaren Geist tun kannst. Jeder bewusste Schritt bietet die Möglichkeit, dich gut zu spĂŒren, dich zu beruhigen und dich am Leben zu freuen. Am Besten in Gemeinschaft!

Ich fasse zusammen:

Wenn ich nur noch einer einzigen FreizeitbeschĂ€ftigung nachgehen dĂŒrfte?

MÀandern im Wald von Schönbrunn, mit Liz Mey.

Warum?

Liz ist meine Seelenschwester und schamanische Begleiterin. Sie hat die wunderbare Eigenschaft, immer das Verbindende und die StĂ€rken ihres GegenĂŒbers zu sehen und hervorzuheben. Ihre Worte sind heilsam. Und ansteckend ist sie, diese Liz – mit Ananda (Sanskr./Pali: reine Freude, Wonne, vollkommene GlĂŒckseligkeit).

Ansteckende Gesundheit. Ansteckende Begeisterung. Ansteckende Baumfreude.

What fires together wires together.

Glaube mir, das geht gut und tut gut. In diesem Sinne wurde aus meinem Walk & Talk spÀter die sogenannte Gut-Geh-Begleitung.

Komm gern mal mit!

https://www.shinrinyoga.at/gut-geh-begleitung/

Hari Om Tat Sat

Angelika,
die den BĂ€umen lauscht

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B U C H T I P P S

 

Am Ende Weiss (Liz Mey)

 

Inspiration unter BĂ€umen – Im Wald der freien Denker von Buddha bis Voltaire (Lundt, H.)

Schon immer haben Menschen WĂ€lder und BĂ€ume als Orte von Meditation und Eingebung aufgesucht. Die großen Denke wie z.B. Buddha, Aristoteles, Epikur, Newton, Votaire u.v.a fanden Inspiration und Erleuchtung im erfrischenden Schatten der Baumkronen. Ja sogar wesentliche Entdeckungen und damit Fortschritte in der Menschheitsgeschichte wurden unter BĂ€umen gemacht. Das Buch ist eine Sammlung kulturgeschichtlicher Überlieferungen und facettenreicher Essays. Holger Lundt ist hier eine besondere LektĂŒre gelungen, fĂŒr mich eine der interessantesten, die ich je gelesen habe. Hier wurde akribisch recherchiert. Die Inhalte sind leicht aufnehmbar aufbereitet. Hiermit wurde meine Wahrnehmung bestĂ€tigt, mein Horizont erweitert und meine Lehre angereichert. Mit diesem Buch nahm jeglicher Zweifel (zugegeben – da war noch was!) ein Ende.

Wenn BĂ€ume, wie Tagore sagt, die endlose BemĂŒhung der Erde sind, mit dem Himmel zu sprechen, sind wir dann nicht auch unter BĂ€umen am richtigen Ort, um den Himmel zu hören?

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Gehmeditation in Wien